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Historischer Tanz

Die höfischen Barock- und Renaissance-Tänze unterliegen einem strengen Reglement von Geometrie und Mathematik. Quadrat, Kreis und Dreieck bilden die Grundlagen für die Vielfältigkeit der Raumchoreographie. Aber eine rechnerische Rhythmik und Phrasierung bestimmen dann die Abfolge der einzelnen Tanzschritte.

Das Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts, dessen Könige Louis XIII. und Louis XIV. selbst in ihren großen Balletten in Paris und Versailles als Sterne am Himmel des Tanzes glänzten, war nicht nur in Tanz und Ballett, sondern in allem, was es an Sprache, Mode, Geschmack, gesellschaftlichem und höfischem Umgang gab, tonangebend für alle anderen europäischen Fürstenhöfe.

Vieles ist heute Vergangenheit, aber es besticht auch nach Jahrhunderten duch seinen geistvoll-heiteren Charakter, seine Eleganz und seinen Adel in Kunst, Kultur und Lebensart.

Nicht zuletzt waren es gerade Musik und Tanz, die dem Geschmack und dem Geist ihrer Zeit folgten und dadurch zum Spiegel ihrer Träger und ihrer Epoche wurden und zu Festlichkeit und Erziehung beitrugen. Historischer Tanz vermittelt mit seinem spezifischen Schritt-Vokabular und seinen stilistischen Besonderheiten nicht nur museale Kenntnis, sondern er ist vor allem Träger einer Geisteshaltung, die in gegenwärtiger Stunde als Zeugnis von Kultur und Kunst zu menschlicher Würde mahnt.